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Mediapulse TV-Panel

Fernsehforschung: Methodik, Erhebungsbasis und Berichterstattung

Methodenbeschreibung

Seit dem 1. Januar 2013 ermittelt die Mediapulse AG die Nutzung von Fernsehsendungen mit dem elektronischen Mess-System von Kantar Media, welches das seit dem 1. Januar 1985 eingesetzte TELECONTROL abgelöst hat. Auch an der Basis des seit 2013 eingesetzten Systems steht ein elektronisches Mess- und Speichergerät (Kantar Media PeopleMeter), das – in repräsentativ ausgewählten Panelhaushalten – an den Fernsehapparaten angeschlossen wird. Neu wird in den Fernsehhaushalten auch die zeitversetzte TV-Nutzung sowie mit dem Kantar Media VirtualMeter die TV-Nutzung in ausgewählten Haushalten am Computer erfasst. Die Audiospuren der in den Haushalten eingeschalteten Fernsehprogramme werden vom Messgerät sekundengenau registriert und mit den an verschiedenen Standorten aufgezeichneten Referenzierungs-Audiospuren verglichen. Aus dem Audiospuren-Vergleich wird ermittelt, welches Programm im Haushalt geschaut wurde. Zur Mess-Ausstattung gehört eine Fernbedienung, welche über acht persönliche Personentasten und acht nach Alter und Geschlecht differenzierten Tasten verfügt, die die Erfassung des Gäste-Konsums in den Panelhaushalten ermöglichen. Über diese Tasten geben die Personen, die fernsehen, Beginn und Ende ihrer individuellen Fernsehnutzung ab. Die Betreuung des Panels sowie die Auswertung der Daten wird im Auftrag der Mediapulse AG von Kantar Media Switzerland in Gümligen durchgeführt.

Erhebungsbasis

In jeder der drei Sprachregionen ist ein jeweils repräsentatives Panel mit Kantar Media-Messgeräten ausgestattet: Gesamtschweizerisch setzt sich das Panel aus mindestens 1‘870 täglich berichtenden Haushalten zusammen, mit einer Verteilung von 1‘000 in der Deutschschweiz, 600 in der Suisse romande und 270 in der Svizzera italiana (Stand 1.1.2017). Die Haushalte werden nach dem Random-Quota-Verfahren ausgewählt. Die auf sprachregionaler Ebene festgelegten Quotenvorgaben sind: Anzahl Fernsehgeräte im Haushalt, Haushaltsgrösse, Kinder im Haushalt im Alter 0-14 sowie Fernsehempfangsvektoren im Haushalt. Alle sprachassimilierten Personen von drei Jahren und mehr in privaten Fernsehhaushalten bilden das Universum für die Personendaten.

Berichterstattung

Die im PeopleMeter gespeicherten Daten werden nachts über das öffentliche Telefonnetz automatisch an Kantar Media übertragen. Die Datenübertragung beim Fernsehkonsum am Computer erfolgt laufend. Die Einzeldaten werden zu Durchschnittsdaten über das Einschalt- und Sehverhalten bezüglich aller empfangbaren Fernsehsender verarbeitet und stehen in einer elektronischen Datenbank für Auswertungen aller Art zur Verfügung. Die Daten werden einerseits nach Zeitabschnitten (z.B. Viertelstunden) und andererseits nach Sendungen gegliedert (zeitlich unbeschränkt) ausgewiesen. Über die Tagesergebnisse wird von Mediapulse täglich berichtet. Die Berichterstattung nach Viertelstundeneinheiten erfolgt nach Monats-, Quartals- und Jahresdurchschnitten. Das Mediapulse Fernsehpanel wird durch eine unabhängige me- dienwissenschaftliche Kommission (MWK) kontrolliert.

Glossar
  • Stichprobe: Eine nach bestimmten Kriterien vorgenommene Auswahl von Individuen aus einer Grundgesamtheit (Bevölkerung, Radiohörer, Fernseherinnen, 25- bis 49-jährige etc.).
  • Repräsentativität: Entspricht die Stichprobe in ihrer prozentualen Merkmalsverteilung (Alter , Geschlecht, geografische Herkunft etc.) der Grundgesamtheit, kann von der Stichprobe auf die Grundgesamtheit geschlossen werden. Beispiel: Wurden in einer Umfrage 1’000 repräsentativ ausgewählte Jugendliche der Suisse romande befragt, sind die Umfrageergebnisse nicht nur für diese 1’000, sondern für alle Jugendlichen der Suisse romande gültig – nicht aber für die Jugendlichen in der Deutschschweiz.
  • Reichweite: Anteil der Personen, die den TV-Sender XY innerhalb einer definierten Zeiteinheit mindestens 1 Sekunde lang gesehen haben; angegeben in % der Stichprobe oder hoch-gerechnet auf die Anzahl Personen in 1’000. „45% Tages-Reichweite für TV XY“ bedeutet also: 45% aller Personen in der Stichprobe haben während des Tages mindestens 1 Sekunde lang den TV-Sender XY verfolgt.
  • Nutzungsminuten: Gibt an, wie viele Minuten in einem bestimmten Zeitabschnitt Fernsehen oder ein bestimmtes Fernsehprogramm gesehen wurde; wird in Nutzungsminuten pro Seher („Verweildauer“) oder pro Kopf der Bevölkerung („Sehdauer“) angegeben (hier wird die Sehdauer der TV-Zuschauer auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet. Durch diese Umrechnung wird die Nutzung der ver- schiedenen TV-Programme miteinander vergleichbar). „12 Minuten Gesamtnutzung für Sender XY“ bedeutet also: Die Bevölkerung hat an einem Tag durchschnittlich 12 Minuten lang den TV-Sender XY gesehen. „16 Minuten Nutzung pro Seher für TV XY“ bedeutet: Wer den Sender XY gesehen hat, hat ihn durchschnittlich 16 Minuten lang verfolgt.
  • Marktanteil: %-Anteil der Sehdauer für ein bestimmtes TV-Programm an der Sehdauer für das Medium TV total. „7% Marktanteil für den Fernseh-Sender XY“ bedeutet also: 7% der gesehenen Minuten entfielen auf TV XY.
  • Rating: Anzahl der gesehenen 1-Sekunde-Einheiten verglichen mit der Anzahl der theoretisch möglichen 1-Sekunde-Einheiten innerhalb einer definierten Zeiteinheit; angegeben in % der Anzahl theoretisch möglicher 1-Sekunde-Einheiten oder hochgerechnet auf Personen in 1’000. „22% Rating in der Viertelstunde Z für den TV-Sender XY“ bedeutet also: 22% der theoretisch möglichen Kontakte (900 1-Sekunde-Einheiten multipliziert mit der Anzahl Stichprobenmitglieder) entfallen auf TV XY.

Mediapulse Radiopanel

Radioforschung: Methodik, Erhebungsbasis und Berichterstattung

Methodenbeschreibung

Seit dem 1. Januar 2001 ermittelt die Mediapulse AG (bis zum 30.06.2006: der Forschungsdienst SRG SSR) die Nutzung des Mediums Radio durch das elektronische Messsystem Mediawatch (früher Radiocontrol). Die gewählte Technologie und Erhebungsbasis erlauben Aussagen über die live- Radionutzung der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung, die 15 Jahre oder älter ist. Das Mediawatch-System besteht im Wesentlichen aus einer Armbanduhr (sogenannte Mediawatch) mit eingebautem Mikrofon. Damit „hört“ sie dieselben Radioprogramme wie die Person, welche sie trägt; zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs, Minute für Minute und rund um die Uhr. Das Prinzip ist einfach: Während der Tragewoche öffnet die Uhr drei Mal pro Minute 4 Sekunden lang ihr Mikrofon und nimmt alle Umgebungsgeräusche auf. Diese werden als Zahlenreihe gespeichert, die Datenmenge wird dabei um den Faktor 120 reduziert. Der Vorgang der Datenreduktion ist unumkehrbar und spielt eine zentrale Rolle für den Datenschutz der Testperson: Die ursprünglichen Laute können nicht rekonstruiert werden. In derselben Zeit werden an 20 Standorten in der Schweiz rund 180 Radioprogramme aufgenommen. Damit decken wir den für die Schweiz relevanten Live-Radiomarkt fast vollständig ab. Zu den erhobenen Sendern zählen alle in der Schweiz dauerhaft konzessionierten Radioprogramme (Programme der SRG-SSR und Privatprogramme) und die meisten, in einer Landessprache ausstrahlenden ausländischen Programme (öffentlich-rechtliche Programme und Privatprogramme). Diese Radioprogramme werden nach demselben Verfahren gespeichert wie mit der Mediawatch und in die Studiozentrale des Marktforschungsinstitutes GfK Switzerland weitergeleitet. Kommt eine Uhr nach einer Woche Tragezeit von einer Testperson zurück, vergleicht der Computer die Daten aus der Uhr mit denjenigen der Studiozentrale. So wird die Radionutzung jeder Testperson mit dem Radioangebot verglichen. Die Übereinstimmung der Daten bedeutet: Die Testperson hat Radiosender XY gehört.

Methodenwechsel 2009
Per 01. Januar 2009 wurden in der Radioforschung einige Umstellungen vorgenommen. Einerseits wurde die Stichprobe neu konzipiert und damit einhergehend auch die Stichprobengewichtung revidiert und verbessert. Neu wird nicht mehr nur auf Ebene von Einzeltagen gewichtet, sondern auch über längere Perioden. Zudem messen nun im ganzen Panel die Uhren der neuen Generation, was erlaubt, durch die Erhöhung des Messrhyhtmus’ eine höhere zeitliche Präzision der Radionutzungsmessung zu erreichen. Die Änderungen in der Methodik haben zur Folge, dass die Ergebnisse aus dem Jahr 2009 mit Ergebnissen der vorangehenden Jahre nur beschränkt vergleichbar sind. Mediapulse: Jahresbericht 2017 42
Erhebungsbasis
Nach einer Aufstockung der Stichprobe per 1. Januar 2004 nehmen jetzt pro Jahr etwas über 26'000 Personen an der Studie teil, indem sie rund zweimal jährlich eine Woche lang eine Mediawatch tragen. Im Jahr 2017 tragen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein täglich 996 Personen eine Mess-Uhr: Im Durchschnitt waren dies pro Tag 634 in der Deutschschweiz, 252 in der Suisse romande, 100 in der Svizzera italiana und 10 im Fürstentum Liechtenstein. Die Testpersonen werden nach dem Prinzip der geschichteten Zufallsauswahl ausgesucht. Schichten oder Quoten bilden Alter und Geschlecht innerhalb der Rekrutierungszonen. Innerhalb der Schichten erfolgt die Auswahl zufällig. Die Testpersonen werden von GfK Switzerland telefonisch rekrutiert.
Erweiterung der Messung 2013
Per 1. Januar 2013 wurde im Mediapulse Radiopanel eine Erweiterung der Messmethodik umgesetzt und erlaubt nun die Erfassung von Radionutzungen mit bis hin zu 60 Sekunden Verzögerung gegenüber dem schnellsten Verbreitungsvektor. Damit wurde die Messung insbesondere um die Nutzung von Live Webstreaming erweitert.
Berichterstattung
Die identifizierten Daten aus der Uhr werden in einer Datenbank gesammelt, welche die Messgrössen Reichweite, Nutzungsminuten und Marktanteil ausweist (siehe Glossar). Die Datenbank wird täglich aktualisiert.
Glossar
  • Stichprobe: Eine nach bestimmten Kriterien vorgenommene Auswahl von Individuen aus einer Grundgesamtheit (Bevölkerung, Radiohörer, Fernseherinnen, 25- bis 49-jährige etc.).
  • Repräsentativität: Entspricht die Stichprobe in ihrer relativen Merkmalsverteilung (Alter, Geschlecht, geografische Herkunft etc.) der Grundgesamtheit, kann von der Stichprobe auf die Grundgesamtheit geschlossen werden. Beispiel: Wurden in einer Umfrage 1’000 repräsentativ ausgewählte Jugendliche der Suisse romande befragt, sind die Umfrageergebnisse nicht nur für diese 1’000, sondern für alle Jugendlichen der Suisse romande gültig – nicht aber für die Jugendlichen in der Deutschschweiz.
  • Reichweite: Anteil der Personen, die Radio XY innerhalb einer definierten Zeiteinheit mindestens 1 Minute lang gehört haben; angegeben in % der Stichprobe oder hochgerechnet auf die Anzahl Personen in 1000. „45% Tages-Reichweite für Radio XY“ bedeutet also: 45% aller Personen in der Stichprobe haben während des Tages mindestens 1 Minute lang Radio XY gehört.
  • Nutzungsminuten: Gibt an, wie viele Minuten in einem bestimmten Zeitabschnitt Radio oder ein bestimmtes Radioprogramm gehört wurde; wird in Nutzungsminuten pro Hörerin und Hörer oder pro Kopf der Bevölkerung angegeben (hier wird die Hördauer der Radiohörerinnen und -hörer auf diegesamte Bevölkerung hochgerechnet. Durch diese Umrechnung wird die Nutzung der verschiedenen Radioprogramme miteinander vergleichbar). „12 Minuten Gesamtnutzung für Radio XY“ bedeutet also: Die Bevölkerung hat an einem Tag durchschnittlich 12 Minuten lang Radio XY gehört. „16 Minuten Nutzung pro Hörer für Radio XY“ bedeutet: Wer Radio XY gehört hat, hat dieses Radio durchschnittlich 16 Minuten lang gehört.
  • Marktanteil: %-Anteil der Hördauer eines bestimmten Radioprogramms an der Hördauer des Mediums Radio total. „7% Marktanteil für Radio XY“ bedeutet also: 7% der gehörten Radiominuten entfielen auf Radio XY.